Los geht’s

Papierkorb Papier, Papier, Papier. Wer kennt es nicht? Was einem da alles so ins Haus flattert. Wir sind zwar OZ-Abonnent – aber die Blätter, Zettel und Flyer, die noch zusätzlich ungewollt ins Haus kommen, sind schon echt eine Menge. Auch Aufkleber “Keine Werbung” ändern daran nicht wirklich etwas, denn wir haben schon ganze Gebinde der kostenlosen Zeitungen in der Papiertonne entdeckt. Es wird nicht weniger gedruckt. Es wird halt weggeworfen. Also, was tun? Der Hauswart darf jeden Tag einen großen Papierkorb ungelesener Werbebotschaften direkt in die Tonne tragen. Wenn man stattdessen daraus etwas schönes machen könnte. Und wenn wir damit etwas schaffen würden, was auch Euch Freude macht…

Wir machen in Papier!

Wir erinnerten uns an Ferienlager und Bastelnachmittage in unserer Schulzeit. Sparschweine und andere Figuren aus Pappmaché. Große bunte Schweine! Kurzerhand haben wir etwas Kleister gekauft. Einen Luftballon aufgeblasen und mit Papierstreifen beklebt. Spass macht das ja schon, aber mal ehrlich, es sah nicht soo gut aus. Das will niemand haben. Darüber freuen sich nur Eltern, die solch ein Schwein von ihren Juniors überreicht bekommen. ;)

Zeitung Zeitungsstreifen Ballon bekleben

Versuchen wir was anderes. Nicht mehr das mit den Streifen und dem Leim. Papiermaché! OK, es lässt sich gut verarbeiten, jedoch hält es nicht so gut auf dem Ballon. Nachdem der Ballon zur Hälfte bestückt war, ging dieser Versuch auf die Fensterbank zum Trocknen. 2 Tage! Gedreht, dann die zweite Hälfte. Nach weiteren 4 Tagen war das Ei trocken und sah recht gut aus. Es war aber immer noch kein Schwein. Der Aufwand steht echt in keinem Verhältnis zu irgendetwas.

Kein Schwein

Der Werkstoff hatte es uns aber schon angetan. Und das Schnipseln hat auch was sehr meditatives. Es folgten einige Experimente in den letzten Monaten, was sich alles aus unserem Papiermaché herstellen lässt.

Maché Ballon mit Maché Schnipsel für den Papierbrei

Unsere Stadtbibliothek, die große Bibliothek der Universität Rostock und einige kleinere Bibliotheken der verschiedenen Fachbereiche lieferten uns geballtes Wissen über das Papierhandwerk. Uralte Techniken, Werkzeuge und verschiedenste Rezepturen. Einige kann man heute aus gesundheitlichen Gründen für den handwerklichen Bereich nicht mehr empfehlen.

Eine Werkstatt muss her

Wir fangen erstmal klein an. Da in unserem Badezimmer noch Platz war, richteten wir uns dort eine Papierwerkstatt ein.

Schnipsel weichen ein Papierbrei eine Werkstatt einrichten

Handwerklich nicht unbegabt, fertigten wir alles, was wir brauchen werden, selbst. Schöpfrahmen in verschiedenen Größen, Presse usw.

Schöpfrahmen bauen Presse bestücken Papier aus der Presse befreien

Um unsere Kartonagen nicht in Mausgrau zu versenden, färben wir mit Pflanzen. Kamille, Hagebutte, Gras, Herbstlaub, Grüntee, Mate. Fällt ja so einiges an. ;) Die Struktur des entstehenden Papiers wird somit auch viel interessanter.

Papier aus der Presse befreien rote Farbsuppe - klein gehäckselte Hagebutten grüne Farbsuppe - Gras-, Grüntee-, Mategemisch

Wer sich auf Twitter oder Facebook gestern fragte, wovon wir so schrumpelige Finger bekamen, weiß es nun. Wir machten wieder Papier. Es hängt grad auf der Leine zum Trocknen. Daraus stellen wir Grußkarten her, die wir Euch HIER feilbieten werden.

unsere Bütte abgegautscht Papier auf der Leine

Der Name SCHNIPSELbruker

Den Namen SCHNIPSELbruker wählten wir, weil wir ein Faible für das Plattdeutsche haben. Schnipsel versteht wohl jeder und Bruker sind halt die Verwender, Nutzer. Und wir sind beim Schöpfen von Papier nun mal die Bruker dieser Schnipsel. ;) Und wo wir schon bei handgemacht sind… Um unsere Produkte angemessen zu kennzeichnen, haben wir unseren SCHNIPSELbruker.de Stempel natürlich auch selbst hergestellt – per Linolschnitt.

SCHNIPSELbruker.de Stempel

So Ihr Lieben, wer von Euch verfolgen möchte, wie es mit SCHNIPSELbruker weiter geht, kann mit uns auf Facebook, Google+ und Twitter in Kontakt bleiben.

Dieser Beitrag wurde am von in SCHNIPSELbrukers Logbuch veröffentlicht. Schlagworte: , , , , , . 3 Antworten, 4.195 Aufrufe

3 Gedanken zu „Los geht’s

  1. Simone Heydorn

    Hey Kay,
    das ist total spannend, was du so für Ideen hast und sie auch umsetzt. Ich bin immer wieder fasziniert und verfolge deine Beiträge in FB total interessiert. Auch deine täglichen Kommentare sind erquickend, regen meist zum Nachdenken an und sind sooo oft so sehr zum Schmunzeln, herrlich! Ich als geborene Sächsin amüsiere mich über das Plattdeutsche und verstehe es sogar meistens…
    Viel Erfolg, weiter tolle inspirierende Ideen und Spaß bei der Umsetzung mit deiner Familie!
    Ich wünsche auch für Rostock einen sonnigen Sonntag!
    Simone Heydorn

    Antworten
  2. Pingback: SCHNIPSELbruker - ein meerBIO Projekt | meer-BIO

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>